Für viele Redaktionen ist es tägliches Geschäft, für Unternehmen eine brillante Möglichkeit, Strategien, Arbeitsweisen, Technologien oder Produkte gezielt ins Rampenlicht zu rücken: das Interview. Hört sich einfach an – ist es aber nicht.

Das Interview gehört zweifellos zur Königsdisziplin im Journalismus. Kaum ein anderes Genre stellt höhere Anforderungen an die schreibende Zunft: Informativ und spannend soll es sein, zugkräftig, dabei seriös und dennoch unterhaltsam, und – wenn möglich – auch etwas Spontanität während des Gesprächsverlaufs vermitteln. Bei all dem gilt es, wichtige Aspekte oder technische Besonderheiten methodisch zu beleuchten und interessante Details über die befragte Person, zum Unternehmen oder zur Sache preiszugeben. Soweit die Theorie.

Was auf den ersten Blick so aussieht, als sei es schnell oder gar spielerisch mit ein paar Fragen und Antworten erledigt, ist in der redaktionellen Praxis ein arbeitsintensives und zeitaufwendiges Unterfangen. Sei es das Interview mit dem Vertriebschef über die Einführung einer neuen Produktserie, Fragen an Experten zu erklärungsbedürftiger Technik oder ein aufschlussreiches Gespräch zur Persönlichkeit des Unternehmensgründers – das A und O für jedes Interview ist die richtige und genaue Vorbereitung. Denn nur wer zum Thema gut informiert und in den relevanten Spezialbereichen kundig ist, kann fundiert und zielgerichtet fragen und darf mit entsprechenden Antworten rechnen. Wichtiger noch: Nur ein thematisch sattelfester Interviewer vermittelt dem Befragten zudem das sichere Gefühl, dass alle Informationen und Erläuterungen auch fachgemäß verstanden werden und folglich eine kompetente Umsetzung des gesprochenen Wortes gewährleistet sein wird. Schließlich geht es ja um die Leserrelevanz des Inhaltes.

 

Gesprächsprotokoll garantiert keinen druckfertigen Beitrag.

Doch selten wird ein Interview so gedruckt, wie es geführt wurde. Denn jeder Interviewpartner verlangt normalerweise seine eigenen speziellen Konditionen. Dazu gehört vor allem die Autorisierung; das ausbedungene Recht also, das gegebene Interview vor der Veröffentlichung noch einmal gegenzulesen. Als vertrauensbildende Maßnahme vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ Anfang der 60er Jahre eingeführt, ist das Freigabeprozedere heute gängige Praxis – und manchmal auch der aufwendigste Part auf dem Weg zum druckreifen Beitrag. Zwar weisen Redakteure fast gebetsmühlenartig darauf hin, gewünschte Änderungen auf rein sachliche oder sprachliche Korrekturen zu beschränken. Gleichwohl wird die Autorisierung insbesondere bei den redaktionell begehrten „Interviews zur Person“ gern dazu genutzt, die schriftlich fixierten Äußerungen nachträglich zu revidieren oder gar zu negieren, missliebige Fragen zu streichen, eigene Formulierungen weichzuspülen und so aus dem, „was gefragt und gesagt wurde“, wie es das Medienmagazin „Journalist“ einmal nannte, „das zu machen, von dem man gerne hätte, dass es gefragt und gesagt worden wäre“.

Auch bei rein fachlich orientierten oder speziell auf technische Belange zugeschnittenen Interviews, bei denen es in erster Linie darum geht, den Lesern komplizierte oder spannende Sachverhalte im Gespräch mit einem Experten verständlich zu erklären und zu veranschaulichen, versuchen viele der Befragten meist in Kooperation mit Marketingabteilung, Pressestelle oder Geschäftsführung, im Nachhinein ganze Passagen komplett zu ändern oder zu streichen. Was dann an gewünschten Korrekturen bei den Redakteuren landet, sind oftmals langweilige Antworten ohne erkennbares Ziel; unstrukturierte Sätze in kompliziertem Fachchinesisch; oder stark werblich eingefärbte Textpassagen, die so oder ähnlich auch in den unternehmenseigenen Werbebroschüren zu finden sind.

 

Interview ist ein Gespräch – so sollte es sich auch lesen

Wohl wissend, dass solche Textkonstrukte bei der zahlenden (Fach-)Leserschaft auf wenig Gegenliebe stoßen, geht das Ringen um Einigung in die nächste Runde. So entwickelt sich zwischen Redaktion und Interviewpartnern mitunter ein langwieriges Gezerre um einen drucktauglichen Konsens. Warum aber können und wollen die Medien bei soviel Arbeitsaufwand nicht auf die Veröffentlichung von guten Interviews verzichten? Die Antwort ist ebenso einfach wie verblüffend: Aus Sicht der Redaktionen ist das Interview eben nicht nur die schwierigste und am meisten unterschätzte journalistische Textform, sondern punktet – wie regelmäßige Umfragen belegen – in der Beliebtheitsskala bei der Leserschaft auf den obersten Rängen. Und das print wie online.

 

Fachwissen dem Leser verständlich präsentieren

Angesichts ihrer knappen Personalressourcen greifen Redaktionen deshalb immer häufiger auf „kalte Interviews“ zurück. Dies sind vorgefertigte Beiträge, deren inhaltlicher Aufbau und Dialogverlauf gezielt entworfen wird, meist von qualifizierten Fachagenturen. Themenspezifisch zugeschnitten und von den jeweiligen Interviewpartnern bereits autorisiert, sparen sich die Redakteure so nicht nur eine Menge Arbeit, sie wissen auch die weiteren Vorteile zu schätzen: Ein „gebauter Beitrag“ bringt die Dinge gezielter auf den Punkt, ist prägnanter als dies ein freies Interview je sein kann; und nicht zuletzt bietet der professionell gestaltete Gesprächsverlauf mit einer ausgewählten Abfolge von Fragen und Antworten genau die Art von komprimierten Informationsblöcken, unter denen ein Leser nach individuellem Gusto wählen kann, weil sie wohldosiert und übersichtlich dargeboten sind.

Für die korrekte Umsetzung suchen Redaktionen bewusst den Schulterschluss zu erfahrenen PR-Agenturen, die über das gewünschte Know-how verfügen. Stimmen deren fachliche und handwerkliche Qualitäten mit den redaktionellen Ansprüchen überein, entsteht schnell ein Kontakt auf Augenhöhe. Dann arbeiten beide Seiten partnerschaftlich zusammen – sei es, dass die Redaktion von sich aus um einen interessanten Beitrag nachfragt, oder die Agentur proaktiv ein professionell gestaltetes Interview zur Veröffentlichung anbietet.

 

Fazit

Gut gemachte Interviews sind beim Leser sehr beliebt, weil sie komprimierte Informationen in übersichtlicher Form bieten. Für Unternehmen deshalb ein probates Mittel, ihre Strategien, Visionen, Mitarbeiter, Produkte oder firmenspezifische Besonderheiten in einer Zeitung oder Zeitschrift an exponierter Stelle vorzustellen. Fakt ist aber auch, dass es bei der Autorisierung von Interviews immer wieder zu Konflikten kommt. Hier bietet eine qualifizierte Fachagentur mit professionell gestalteten Interviews zu speziellen Themen unkomplizierte Abhilfe. Redaktion und Unternehmen profitieren gleichermaßen.

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